An overview of Cluj-Napoca from the Centatuia Park.

Cluj-Napoca – Im Herzen Transsylvaniens

Mit zwei meiner allerallerbesten Freunde (edit: für hans) begeben wir uns vor kurzem auf einen kleinen Roadtrip von Wien nach Rumänien und Bulgarien. Nach einigen Komplikationen (hab wiedermal mein Ladegerät fürs Macbook vergessen) ging es dann endlich los! Erster Stopp: Ungarn! Naja, eigentlich haben wir hier nur einen kurzen Zwischenstopp eingelegt um etwas zu essen, sonst war Ungarn nur Durchfahrtsland. Nach rund 6 Stunden Fahrzeit waren wir dann endlich in dem Land, welches wir auf unserer Reise besuchen wollten: Rumänien! Wir waren eigentlich der Meinung, dass die Infrastruktur – vor allem die Straßen – in sehr schlechten Zustand sein werden. Das wurde uns so auch von mehreren Seiten berichtet. Interessanterweise hatten wir damit eigentlich kaum Probleme, der Zustand der Straßen war durchwegs sogar sehr gut. Die meisten Straßen waren nicht älter als 5 Jahre (hab früher im Straßenbau gearbeitet) und sowas wie Kutschen mitten auf der Straße gab es eigentlich fast nie. Die einzigen Kritikpunkte am Fahren in Rumänien: 1) Die Rumänen fahren als gäbe es kein Morgen. Überholt wird, wo geht und überholt wird auch, wo es eigentlich keine Möglichkeit zum Überholen gibt. 2) Mit einem Wohnmobil hat man in Rumänien ein kleines Problem, da die Bäume und Sträucher am Straßenrand nicht zurückgeschnitten werden, sondern nur dann „gestutzt“ werden, wenn ein LKW vorbeifährt. Das hat noch für einige kleine Kratzer an unserem Vehikel gesorgt.

Unser erstes Ziel ist Cluj-Napoca, die größte Stadt Transsylvaniens. Am Weg dorthin kommen wir zuerst an Huedin vorbei, einer Stadt die zum Großteil von Roma besiedelt ist und extrem komisch wirkt. Die Einwohner bauen sich riesige Villen, verziert mit vielen kleinen Türmchen, jedoch meist ohne Fassade und Fenster sind schon gar nicht vorhanden. Wir haben uns gefragt, was da eigentlich los ist und warum es in dieser Stadt über 100 solcher Villen gibt. Einige Zeit später haben wir dann erfahren, dass die Roma diese Häuser nur als Statussymbol nutzen, um dem Nachbar zu zeigen wie reich sie sind. Es werden in einige der Häuser sogar Aufzüge eingebaut, die nie benutzt werden. Einfach, weil Aufzüge in deren Gemeinschaft als teuer und wichtig wahrgenommen werden. Die Häuser sind innen komplett leer und sind nicht bewohnt. Die meisten Roma wohnen hinter den prächtigen Villen in eigenen Baracken. Soweit zumindest die Infos die wir bekommen haben. Generell ist die Toleranz für Roma in Rumänien sehr niedrig, da immer wieder Probleme auftreten scheinen sich die meisten Rumänien dagegen zu wehren, diese Volksgruppe wirklich anzuerkennen.

Nach gesamt 10 Stunden Reisezeit kommen wir endlich in Cluj-Napoca an und finden einen Campingplatz direkt am Stadtrand. Wir beschließen, den Tag am Platz ausklingen zu lassen und schauen Game of Thrones – man muss ja auch noch Prioritäten setzen. Der Campingplatz generell war ganz in Ordnung, er wirkte so als wäre er erst vor einigen Tagen eröffnet worden, da die Sanitäranlagen sicher nicht länger als 14 Tage halten können. Dafür hat man von der Toilette aus eine wunderbare Aussicht auf den Campingplatz, die Türe lässt sich mittels Kabelbindern eher schlecht als recht schließen.

Am zweiten Tag steht dann wirklich Cluj-Napoca am Programm. Mit dem Bus können wir bequem vom Stadtrand für 2 Lei (rund 40 Cent) in die Stadt fahren. Wir werden vom Instagramer @mihailonaca in Empfang genommen , der uns durch die Stadt führt und uns einige verstreckte Orte zeigen möchte. Gelingt zwar nur so halb, da heute Feiertag ist und kaum jemand zuhause ist. Er führt uns dann zu einem netten Restaurant – Casa Boema – mit wirklich sehr gutem Essen (und unfreundlichen Kellnern). Zum Vergleich, das Essen für vier Personen inklusive hausgemachte Limonade und Kaffee kostet uns umgerechnet rund 40 Euro. Wenn man bedenkt, dass es sich hier schon eher um ein gehobeneres Lokal im Stadtzentrum handelt, würde man in Wien wohl eher 120€ bezahlen. Wir gehen dann noch in den botanischen Garten, der ein riesiges Palmenhaus beherbergt und generell eine tolle, ruhige und riesige Anlage ist. Man kann sich gut vorstellen, hier einfach mal einen Nachmittag mit einem guten Buch zu verbringen. Am Abend stolpern wir noch zufällig in ein traditionelles ungarisches Fest, welches gerade stattfindet (Ja, in Cluj gibt es eine recht große ungarische Minderheit). Den Tag lassen wir dann mit Sonnenuntergang im Cetatuia Park ausklingen und danach gönnen wir uns noch eine Pizza.

Things to do in Cluj-Napoca

  • Einfach mal durch die wunderschöne Altstadt schlendern & genießen
  • Die öffentlichen Verkehrsmittel sind wirklich günstig und man kommt leicht damit zurecht – plus es gibt sogar Uber, wenn man es eilig hat!
  • Der botanische Garten ist auf jeden Fall einen Besuch wert!
  • Im Central Park, der direkt neben dem Flussufer liegt, kann man Tretboot fahren (es gibt Tretboote die aussehen wie Flamingos <3)
  • Cetatuia Park ist ein guter Fotospot – leider allerdings eher für Sonnenaufgang, das haben wir allerdings nicht geschafft!
  • Kirchen, Kirchen, Kirchen – generell hat man in Rumänien nicht mit Kirchen gespart und auch die in Cluj sind allesamt sehenswert!
  • Ich empfehle zwei volle Tage, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen und auch noch etwas Zeit zu haben, die Stadt zu genießen!

Viel Spaß in Cluj – definitiv eine der schönsten Städte auf unserem Trip!

A nice facade housing an ice cream shop in Cluj Napoca.
The national theatre in Cluj.
A street in Cluj with a church in the background.
An old man looking out of his window.
The catholic church in Cluj from the inside.
The palm house in Cluj-Napoca.
The main orthodox church in Cluj-Napoca, seen from the Cetatuia Park.
The main catholic church in Cluj-Napoca at sunset. View from Cetatuia park.

Sighisoara – Schlechtes Wetter? Gibt’s nicht!

Wir starten den Tag recht früh, da wir die zweieinhalbstündige Fahrt von Cluj nach Sighisoara noch vor dem Mittagessen schaffen wollen. Naja, wir kommen so gegen 13:00 dann tatsächlich in Sighisoara an, unser Start war also dann doch nicht ganz so früh. Sighisoara  (zu Deutsch: Schäßburg) ist vor allem für die Altstadt bekannt, die durch verschiedenfarbige, kleine Häuser recht spektakulär aussieht. Das fällt natürlich nicht nur aus auf, sondern auch all den anderen Touristen, die das Städtchen zu Hauf heimsuchen. An jeder Ecke wird versucht etwas zu verkaufen, die Altstadt ist extrem touristisch und wir fallen gleich auf die erste Touristenfalle herein. Ich bin mittlerweile einfach wahnsinnig hungrig und bin daher der Grund, weshalb wir einfach in das erste Lokal am Platz gehen. Das Essen gehört mit zu den schlechtesten Gerichten auf unserem Trip (im Vergleich verliert es gegen Dosen-Chili von Inzersdorfer um Längen!). Dafür war es auch noch recht teuer. Ein paar Momente später erkunden wir dann den berühmten Uhrturm der Stadt, von welchem aus man einen tollen Überblick über die Altstadt bekommt. Tja, genau in dem Moment fängt es an zu regnen. Wir sehen uns das Gewitter von oben an und innerhalb weniger Minuten ist die Stadt völlig leer von jeglichen Touristen. Regen ist natürlich nicht toll, als Fotograf war das für mich aber eigentlich ganz angenehm, weil einfach die nervigen Touristenmassen nicht mehr vorhanden waren 😉 Wir entscheiden uns, dem Regen einfach zu trotzen und die Stadt weiter anzusehen. Zur alten Kirche führt sogar ein überdachter Gang, sodass wir zu Beginn gar nicht allzu nass werden. Wir lassen das Innere der Kirche aus, da man einerseits Eintritt zahlen muss und es nicht allzu berauschend aussieht. Auch der Blick vom Hügel, auf dem die Kirche liegt, wirkt auf den ersten Blick vielversprechend. Auf den zweiten Blick sieht man außer Bäumen aber eigentlich nicht viel, daher machen wir uns auf den Rückweg und werden diesmal komplett vom Regen erwischt. Völlig durchnässt kommen wir im Wohnmobil an und dürfen uns erstmal komplett umziehen. Ein perfekter Start in einen Tag, der vor allem aus Fahren besteht <3

Things to do in Sighisoara

  • Geht nicht am Hauptplatz der Altstadt essen. Die Lokale wirken objektiv gesehen (sprich, ohne großen Hunger) allesamt nicht ansprechend.
  • Startet früh: Die Stadt ist voller Touristen, vor allem für Fotografen ist es hier interessant die Altstadt schon zu Sonnenaufgang zu erkunden.
  • Entdeckt die kleinen Gässchen und wunderschönen Häuser!
  • Der Ausblick vom Uhrturm lohnt sich auf jeden Fall – und der Eintritt ist günstig! Das integrierte Museum kann man sich getrost sparen.
  • Die alte Kirche am Hügel ist es den Weg nicht wirklich wert.
  • Es gibt auch ein angebliches Geburtshaus von Vlad Tepes/Dracula – hierbei handelt es sich um eine Touristenfalle.
  • Plant für den Besuch ca. 2 Stunden um alles zu sehen.
A man standing at the entrance of a colorful alleyway, smoking a cigarette.
The clock tower of Sighisoara.
An aerial view of the old town of Sighisoara.
An aerial view of the old town of Sighisoara.

Biertan – Klein aber fein!

Mit rund 2600 Einwohnern ist Biertan ein kleineres Dorf, Tendenz seit Jahren sinkend. Allerdings ist Biertan auch nicht für seine Einwohner bekannt, sondern vielmehr für die Wehrkirche, welche auch als UNESCO Weltkulturerbe gelistet ist. Wir kommen direkt nach dem Regen von Sighisoara nach Biertan, die Fahrt dauert nur rund 30 Minuten. Zum ersten Mal in Rumänien sind die Straßen nicht zu hundert Prozent top, allerdings fahren wir hier auf einer Bundesstraße, die eher wenig benutzt wird. Allerdings sind die Verhältnisse bei weitem nicht so schlimm wie angenommen. Als wir in Biertan ankommen, suchen wir zuerst nach einem guten Aussichtspunkt um über die Stadt zu sehen. Da wir allerdings mit dem Wohnmobil keinen guten Spot finden, entscheiden wir uns kurzerhand um und sehen uns zuerst die Kirche aus der Nähe an. Touristen findet man hier kaum, bis auf eine Gruppe Austauschstudenten ist hier niemand. Die Kirche und auch die dazugehörenden Gebäude sind eher wenig spektakulär, mir bleibt nur das Haus der Scheidung in Erinnerung. Hierbei handelt es sich um ein Gebäude mit einem Bett, einem Sessel, einem Löffel, einem Teller usw. Das scheidungswillige Paar wird einfach so lange in das Haus gesperrt, bis sie sich nicht mehr scheiden lassen wollen. Oder bis sie sich gegenseitig erschlagen, nehme ich mal an. Lustigerweise rühmt sich die Stadt auch noch damit, dass während der 400 Jahre, in welchen die Institution in Betrieb war, nur eine Scheidung gab. Wäre spannend zu wissen, wie die das geschafft haben sich scheiden zu lassen.

Nach der Tour durch die Kirchenfestung suchen wir jetzt endlich den Fotospot, den ich mir wünsche. Wir finden in nach einer kurzen Wanderung durch den orthodoxen Friedhof (direkt bei der orthodoxen Kirche) auf einem Hügel – es lohnt sich auf jeden Fall, der Blick ist grandios.

Things to see in Biertan

  • Naja, so richtig viel gibt es hier jetzt nicht zu sehen, ist ja eine kleine Ortschaft!
  • Die Kirchenfestung ist auf jeden Fall einen Besuch wert, ist nicht allzu spektakulär allerdings günstig und nicht uninteressant
  • Perfekter Fotospot: Einfach durch den orthodoxen Friedhof durch, dann noch einen Hügel hinauf und schon sieht man wunderbar über Biertan!
  • Ihr könnt euch auch einfach die bunten Häuser in der Stadt, die immer wieder herausstechen, ansehen. Gibt einige echt schöne Häuser!
  • Für Biertan würde ich ungefähr 1 Stunde rechnen.
The fortified church of Biertan.
The fortified church of Biertan.
The small town of Biertan, seen from the fortified church.
The fortified church of Biertan framed in leaves.

We finish the day at a campsite in Sibiu, which is operated by Germans and they’re all over the place. It’s clean and well organized (surprise, surprise!) though. Read more about our adventure on the next blogpost, which will take me another long period of time to finally finish. Sorry.

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  1. […] told you about the first few stops of our 13 day-long roadtrip through Romania and Bulgaria in this blogpost a few days ago. I left off with us sleeping at a campsite near Sibiu. Next stop: Hunedoara. Our […]

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